Ätzküvette

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Abb. 1 - Die benötigten Glasstücke

Nachdem das Belichten mit dem hausgemachten UV-Belichter so hervoragend klappt, musste jetzt dringend die Ätzmethode verbessert werden. Mit der Auflaufform auf dem Elektroherd ätzen, ist auf Dauer keine Lösung.
Wenn man sich die gängigen Preise für fertige Ätzmaschinen ansieht, wird schnell klar - Das muss man mal wieder selbermachen.

Als erstes überlegt man sich die zu verwendende Ätzmethode. Da gibt es das Sprühätzen, Schaumätzen und das Küvettenätzen. Letzteres ist das, was wir hier machen. Das Küvettenätzen ist insofern die einfachste Methode, da man hierbei nur die vorbereitete Platine in die Ätzlösung taucht, welche stetig geheizt und umgewälzt wird.

 

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Abb. 2 - Silikon, Schlauch, Pumpe und Heizung

Also los gehts. Was braucht man alles. Natürlich erstmal ein geeignetes Gefäß aus Glas. Welche Bedingungen stellen wir an den Behälter? Er sollte mindestens eine Europlatine (100mm x 160mm) aufnehmen können, besser sind 2 Platinen. Daraus ergaben sich hier folgende Maße LxBxH 250mm x 35mm x 300mm. Somit haben wir bei einer Küvettenfüllung von 2 Liter eine Füllhöhe von 230mm. Das lässt uns noch genügend Luft, da dieser Pegel durch Erwärmung, Umwälzung und natürlich auch durch das Einbringen der zu ätzenden Platinen noch etwas steigt.

Wer kann, darf sich die benötigten Glasstücke selbst zuschneiden. Da ich bereits bei der Glasscheibe für den UV-Belichter gesehen habe, daß ich es nicht kann, ging diese Arbeit diesmal in professionelle Hände. Mit 25EUR für die 5 Scheiben kein Geschenk, dafür aber exakt zugeschnitten.

 

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Abb. 3 - Zusammenkleben

Das Glas allein ist jetzt natürlich noch zu nichts Nutze. Man muss die Scheiben erst zusammenbringen. Nur wie? Hilfe kommt hier aus dem zoologischem Sektor und nicht zum letzen Mal, wie wir noch sehen werden. Man nehme Silikon für den Aquariumbau. Die Sorte, die hier verwendet wurde, eignet sich für den Bau von rahmenlosen Süß- und Salzwasseraquarien bis zu einer Größe von 400 Liter. Allerdings ist diese Methode schlecht geeignet, wenn es schnell gehen soll, da die Durchhärtungszeit für eine 5x5mm Fuge bei +20°C satte 3-4 Tage beträgt. Vorher sollte man die Klebestelle auf keinen Fall belasten. Es sei denn, man mag unangenehme Überraschungen.

Was brauchen wir noch? Die Ätzlösung muss eine Temperatur von ca. 45°C haben, ausserdem ist es hilfreich, wenn dem Ätzvorgang genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Das heisst wir müssen heizen. Dazu eignet sich eine Aquariumsheizung wunderbar und wenn wir schonmal im Zoofachgeschäft sind, nehmem wir auch gleich eine Aquariumspumpe mittlerer Leistung und 1-2 Meter passenden Schlauch mit.

Wer geduldig ist, kann sein Glück auch bei "ebay" versuchen. Hier ist dann so manches Schnäppchen möglich: wie meine Heizung für einen Euro und die Pumpe für 7.

 

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Abb. 4 - Alles fertig verklebt

Mit welchen Tricks man jetzt die Scheiben zu einem Gefäss vereint, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass die beiden Stücke, welche verklebt werden sollen, in einen rechten Winkel (90°) zueinander gebracht werden. Vorher sollten die Glaskanten gesäubert werden: Die zu klebende Stelle muss schmutz- und fettfrei sein. Hierzu eignen sich Brillenputztücher sehr gut. Nun muss mit dem Silikon aus der Kartusche eine saubere Fuge gezogen werden. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte zuerst sein Bad neu Fliesen.

Die Reihenfolge, in der man die Scheiben zusammenbringt, ist jedem selbst überlassen. Ich habe zuerst eine Seitenscheibe mit einer Frontscheibe verklebt. Das Ganze macht man zweimal. Danach hat man zwei rechtwinklige Teile, die man wiederum zusammenklebt. Zum Schluss noch den Boden draufsetzen und fertig. Man sollte darauf achten, dass sich zwischen Glas und Silikonfuge keine Lufteinschlüsse befinden.
Weil es sonst zu teuer geworden wäre, habe ich ungeschliffenes Glas genommen. Das stellt aber kein Problem dar, weil man die Kanten zum Schluss ganz einfach mit feinem Sandpapier entschärfen kann.

 

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Abb. 5 - In Aktion

Damit ist die Küvette auch schon fertig. Die Luftversorgung während des Ätzvorgangs übernimmt die Aquariumspumpe. Ich habe dazu das eine Ende des Schlauches mit etwas Silikon verschlossen und von dem Ende aus im Abstand von ca. 1cm kleine Löcher in den Schlauch gebohrt. Das andere Ende wird an die Pumpe gesteckt. Den perforierten Teil legt man unten in die Küvette.

Die Heizung wird, wie in der Anleitung beschrieben, in der Küvette befestigt. Jetzt das Ganze mit Wasser füllen und hoffen, dass alles dicht ist. Achtung: Die meisten Aquariumsheizungen dürfen nicht auf dem Trockenen eingeschaltet werden. Mit Hilfe eines Thermometers muß man jetzt noch das Thermostat der Heizung auf die richtige Temperatur einstellen.

 

Kommentare:

Dennis Wolf am 21.07.2008 - 00:48
Wird das Aluminium am oberen Rand der Küvette von der Säure nicht angegriffen?

Der grüne Schlauch besteht doch bestimmt aus PVC oder? Das müsste doch mit der Zeit perrös werden. Wäre da ein Silikonschlauch nicht wesentlich besser?

Gruß

Dennis

Martin Schießl am 29.03.2007 - 21:57
Hey ho,

bezüglich der heizungen... kann euch heizstäbe besorgen, bei denen man die 32°C begrenzung ganz leicht entfernen kann. gegebenfalls kann auch ich dies gleich erledigen.
bei interesse einfach per mail melden

MfG

Martin Schießl

Christian Engel am 28.02.2006 - 19:34
Hallo,

habe mal eine ganz dumme Frage.
Die Idee mit der Vase finde ich gut.
Gibt es dafür eine minimale Größe?
Ich werde ausschliesslich Platinen im Europaformat fertigen.

Kann ich eine minimale Breite von Platinenbreite (100mm) + Platinenhalter + Heizung nehmen oder sollte ich besondere Abmessungen beachten?

Wie sieht es eigentlich mit der Pumpenleistung zur Luftzufuhr aus? Gibt es da einen Richtwert der notwendigen Leistung?

Gruß

Christian Engel

lowy am 17.11.2005 - 16:45
Tipp für Nachbauer:
Man spart richtig Geld, wenn man sich die scheiben nicht zusägen lässt, sonder eine "Designer"Vase ausm "Ramsch"laden verwendet. (z.B. IKEA)

Carsten am 08.06.2004 - 07:25
Die Heizung schafft auf alle Fälle mehr als 32°C. Ob das jetzt für alle oder nur für diese hier gilt k.A.
Allerdings ist bei 45°C Schluss, daß liegt wohl daran das die Küvette recht starke Wärmeverluste hat. Zum Ätzen reichen 40°C aus.

gast am 07.06.2004 - 23:49
vielen dank für die schnelle antwort.

hab mal bei ebay nachgeschaut. Die meisten heizungen sind Temperaturgeregelt bis max 32°C.Die Heizung müsste aber bis 40-50°C regeln.

Wie ist es eigentlich bei der Heizung von askoll.

MFG

Carsten am 07.06.2004 - 18:08
Hersteller der Heizung ist die Firma Askoll http://www.askoll.it

Heizleistung beträgt 50Watt allerdings dauert das Heizen damit länger als eine Stunde. 100Watt müssten es eigentlich schon sein.

gast am 07.06.2004 - 00:04
könntest du die Heizung genauer beschreibenß

Hersteller,Heizleistung,Typ

MFG

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